Über Mitarbeiter mit Waschzwang.

Als Brenner anfing, im ganzen Büro die Türklinken zu desinfizieren, wurde es dann doch etwas viel. Bisher hatte man seine zunehmenden Eigenheiten toleriert, wenngleich bisweilen stirnrunzelnd, aber nun wirkte es sich auf die Stimmung im Büro aus. Geschäftsführerin Maja, eher eine von der toughen Sorte, untersagte ihm „diesen Quatsch“, doch da die Türen alle nach […]

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Über Versagen als Vorgesetzter.

Lurchi war ein Ernster und Nachdenklicher. Man merkte ihm an, dass er suchte und schnell in Selbstzweifel verfiel, wenn zum Beispiel seine Offenheit nicht erwidert wurde und jemand, dem er sich zugewandt hatte, ihn hängen ließ. Seine Gattin Vroni, ein robuster und zupackender Typ, dem er sich gerne unterordnete, schien ihm den Halt zu geben, […]

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Über Ordnung im Job.

Der Heini liebte die Ordnung. So sehr, dass er damit alles durcheinander brachte. Der große gesellschaftliche Vorteil mancher öffentlich-rechtlichen Institutionen – so jedenfalls meine Erkenntnis aus 20 Jahren Zusammenarbeit mit Bundesministerien und Bundestag – besteht ja darin, dass sie eine Art von Personal lebenslang versorgen, das in der freien Wirtschaft keine zwei Wochen überleben würde […]

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Über ausdruckslose Vorgesetzte.

Für Nella war es doppelt hart. Sie war eine quirlige, aufgedrehte und kontaktfreudige Anfangsvierzigerin, die gerne mit Menschen zu tun hatte und das auch zeigte. Ihrem Gegenüber begegnete sie mit einer warmherzigen Neugier, die auf echtem Interesse basierte und nicht bloß auf Förmlichkeit. – Was sie gab, erwartete sie allerdings auch zurück: Sie brauchte den […]

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Über Job und Ethik.

„Hast du kapiert, was der jetzt wollte?“ „Tja.“ „Der lässt uns hundertfünfzig Kilometer fahren, dann labert er uns volle zwei Stunden zu, ohne dass man weiß, worum´s geht, und jetzt fahren wir wieder hundertfünfzig Kilometer zurück?“ „So isses.“ „Sagenhaft! Voll vertaner Nachmittag!“ Ich war nicht ganz so ratlos wie Dieter, – solche Vögel wie Dr. […]

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In menoriam Barney.

Vor sechs Jahren starb Barney McKenna, der legendäre Banjospieler der Dubliners. Er war ein angenehmer Mann: still, bescheiden bis zur Unauffälligkeit, und voller Poesie. Als ich 1990 für die EU-Kommission die Einführungskampage zum Europäischen Binnenmarkt fuhr, wollte ZDF-Korrespondent Udo von Kampen mit Desirée Nosbusch und den Dubliners auf dem Bonner Marktplatz drehen. Nach einer irrsinnigen […]

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Über Job und Hilflosigkeit.

Fährt man vom Ammersee kommend durch das kleine Dorf Inning, so gibt es dort eine scharfe Z-Kurve, in deren einem Scheitel eine Tankstelle steht. Dort erlebte ich vor einigen Jahren einen Vorfall der etwas bizarreren Art, als ich an einem Novemberabend gegen zwanzig Uhr anhielt um zu tanken. Denn als ich den Kassenraum betrat, fiel […]

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